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Mobilität in den Alpen unter Spannung
16. Oktober 2026

Mobilität in den Alpen unter Spannung

Die Fachtagung in Bozen von CIPRA International und Dachverband für Natur- und Umweltschutz/CIPRA Südtirol zeigte wieder einmal klar das Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen der Transportwirtschaft und den Bedürfnissen der Tiroler Bevölkerung entlang der Brennerachse auf. Lösungsstrategien können nur auf europäischer Ebene gemeinsam mit der Schweiz entwickelt werden.

Referent:innen der Tagung - Foto: Linda Schwarz
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Tatsache ist, dass das Verkehrsaufkommen auf dem Brennerkorridor größer ist als auf allen anderen Alpenübergängen gemeinsam. Und Tatsache ist auch, dass der LKW- und PKW-Verkehr immer noch zunimmt. Der Hauptgrund für diesen Verkehrsboom am Brenner erklärt sich durch die verhältnismäßig günstigen Mautgebühren. Die Brennerachse ist zur Zeit der billigsten Alpenübergang, und das sei vor allem für die italienische Wirtschaft von großer Wichtigkeit, wie der Vertreter von der Confindustria Trient Stefano Pedot betonte.

Dass dieser Verkehr nicht nur Segen, sondern auch Fluch ist, wurde sowohl vom Nordtiroler Bürgermeister Karl Mühlsteiger als auch von der Dachverbandspräsidentin Elisabeth Ladinser betont. Für die Gesundheit der Menschen und für die Qualität der Mitwelt hat der Transitverkehr ein inakzeptables Ausmaß angenommen. Es ginge nun darum, eine klare Botschaft nach Brüssel, Rom und München zu senden, dass es so nicht weitergehen könne.

Konkrete Lösungsvorschläge kamen von den Landesräten René Zumtobel und Daniel Alfreider. Die notwendige Verlagerungspolitik von der Straße auf die Schiene setze sich aus zwei großen Maßnahmen zusammen: Erstens muss die Schieneninfrastruktur zwischen München und Verona ausgebaut werden und zweitens braucht es Kostenfairness zwischen den Mautsystemen von Italien, Österreich und Deutschland.

Sowohl der Ausbau der Infrastruktur als auch die notwendige Kostenfairness können nur dann funktionieren, wenn es gemeinsam gelingt, den Alpenschutz auf die Agenda der EU zu setzen. CIPRA International und Dachverband für Natur- und Umweltschutz/CIPRA Südtirol werden keine Ruhe geben, bis die Verlagerung von der Straße auf die Schiene zur Realität wird.