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Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert grenzüberschreitende Verkehrsprognose – Fernpass und Reschenpass müssen gemeinsam betrachtet werden
Fernpass-Paket bringt negative Auswirkungen auch für den Vinschgau und ganz Südtirol
21. August 2026

Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert grenzüberschreitende Verkehrsprognose – Fernpass und Reschenpass müssen gemeinsam betrachtet werden

Die geplanten Maßnahmen am Fernpass werden von der Umweltschutzgruppe Vinschgau mit großer Sorge betrachtet. Eine leistungsfähigere Fernpassverbindung endet nicht am Fernpass. Sie schafft eine durchgängige Verkehrsachse vom deutschen Raum über den Fernpass und das Inntal bis in den Vinschgau und weiter durch Südtirol bis in den Süden.

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Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert grenzüberschreitende Verkehrsprognose – Fernpass und Reschenpass müssen gemeinsam betrachtet werden

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat sich an der Protestaktion im August am Fernpass beteiligt und unterstützt die lokalen Bürgerinitiativen. Die große Beteiligung und die Argumente gegen das geplante Fernpass-Paket zeigen auf, dass die Tiroler Landespolitik die betroffene Bevölkerung nicht in die Entscheidungsphase eingebunden hat. Viele wichtige Fragen sind offen und beinhalten große Risiken für die Bevölkerung, die um ihren Lebensraum fürchten. Die Auswirkungen des Fernpass-Pakets dürfen nicht für Tirol isoliert betrachtet werden. Stattdessen müssen Fernpass, Inntal, Landeck und Reschenpass als zusammenhängendes Verkehrssystem untersucht werden.
Die Region um den Fernpass leidet heute schon mit durchschnittlich fast 15.000 Fahrzeugen pro Tag massiv am Verkehr. Mit der Umsetzung des Fernpass-Pakets ist eine weitere Kapazitätssteigerung vorprogrammiert. Zudem werden auf Nordtiroler Seite zwischen Landeck und dem Reschenpass immer wieder Abschnitte ausgebaut und die Strecke damit insgesamt attraktiver für den Transitverkehr, u.a. auch für den Güterverkehr, gemacht. Der Vinschgau könnte damit die Folgen einer Verkehrspolitik zu spüren bekommen, über die in Tirol entschieden wird. Der Vinschgau darf bei der Verkehrsplanung nicht ausgeblendet werden.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert deshalb eine grenzüberschreitende Verkehrsmodellierung, die die Auswirkungen möglicher Infrastruktur-Maßnahmen auf den gesamten Korridor bis zum Reschenpass und in den Vinschgau untersucht.
Wenn eine stark belastete Route attraktiver wird, muss untersucht werden, welche Auswirkungen dies auch auf die nachgelagerten Verbindungen hat.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert daher von den zuständigen Behörden in Tirol und Südtirol einen offenen Dialog und eine gemeinsame Verkehrsplanung. Dieser Forderung schließt sich der Dachverband für Natur- und Umweltschutz auch als Mitglied der CIPRA an: „Wir fordern bereits seit Jahren eine alpenweit abgestimmte, gemeinsame Mobilitätspolitik. Projekte wie das Fernpass-Paket zeigen deutlich, warum dies notwendig ist. Nur gemeinsam werden wir den überbordenden Verkehr in unseren Alpen in nachhaltige Bahnen lenken können“, so Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbands, und fügt hinzu: „Der heurige Sommer hat uns den Klimanotstand geoffenbart. Es ist mehr als höchste Zeit, dem CO2-Anstieg Gegenmaßnahmen zu setzen. Eine davon ist die Beschränkung des Verkehrs!“
„Der Vinschgau ist bereits heute durch Verkehr und Lärm in einer sensiblen alpinen Landschaft stark belastet. Eine Zunahme dieser Belastungen müsse daher verhindert werden. Stattdessen müssen die Entscheidungsträger alles daransetzen, attraktive Alternativen für den Individual- und Güterverkehr zu schaffen und diese sehen wir eindeutig auf der Schiene,“ schließt die Umweltschutzgruppe Vinschgau.
 

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