Gülle: Dieser Kompromiss stinkt zum Himmel!
Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz ist völlig vor dem Kopf gestoßen: Nach zehn Jahren Untätigkeit in Sachen Gülleausbringung in Natura 2000-Gebieten wird die Güllewirtschaft auch noch mit einem faulen Kompromiss belohnt.
Foto: Archiv DVN
Aber der Reihe nach. Schon im fernen Jahr 2016 gab es einen Kompromiss zwischen Bauernbund und zuständiger Naturschutzbehörde bei der Ausbringung von Gülle auf artenreichen Wiesen in Natura 2000-Gebieten. Die Landwirtschaft erklärte sich damals bereit, Güllepläne zu erstellen und somit die zerstörerische Wirkung von Überdüngung auf unseren Bergwiesen einzudämmen. Passiert ist genau nichts.
Zehn Jahre lang wurde weiterhin lustig und fidel Gülle auf Bergwiesen entsorgt und die Artenvielfalt nachweislich stark dezimiert. Beim Dachverband gehen jährlich viele Meldungen besorgter Bürger:innen ein, die dicke Gülleschichten auf Berg- und Feuchtwiesen dokumentieren. Diese Praxis hat eine enorme Zerstörungskraft, allein die Meldungen an die zuständigen Landesbehörden verliefen bisher ins Leere.
Nun bestand die Hoffnung, dass mit dieser schlechten landwirtschaftlichen Praxis endlich aufgeräumt wird. Der Dachverband und einige Mitgliedsorganisationen haben Landesrat Peter Brunner immer wieder über diese schädliche Praxis informiert. Jetzt müssen wir leider feststellen, dass die intensive Berglandwirtschaft weiterhin mit Gülle die Natura 2000-Wiesen überdüngen kann.
Dass jetzt nach zehn Jahren Säumigkeit endlich Güllepläne gemacht werden sollen, glaubt der Dachverband nicht. Und wenn es doch welche geben sollte, wer kontrolliert zukünftig die Ausbringung? Wohl niemand! Und somit wurde wiederum auf dem Rücken der Artenvielfalt ein Kompromiss vom Kompromiss gefunden, und die Fördergelder aus Steuermitteln fließen weiterhin in die subventionierte Zerstörung der Natur.
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