5.700 Menschen senden klares Signal: Brennerachse entlasten – jetzt
Rund 5.700 Menschen haben am Samstag an der Kundgebung an der Autobahnabfahrt Matrei ein unmissverständliches Zeichen gesetzt: Die Bevölkerung entlang der Brennerachse hat genug. Unter den Teilnehmer:innen waren zahlreiche Südtirolerinnen und Südtiroler sowie die geschlossene Südtiroler Umweltbewegung. Die Demonstration verlief friedlich, fröhlich und entschlossen –Bayern, Nord-, Südtirol, die Schweiz und das Trentino: gemeinsam für Lebensqualität, Gesundheit, Klimaschutz und eine lebenswerte Heimat.
Panikmache widerlegt
Vertreter:innen der Südtiroler Landesregierung und der Wirtschaft hatten im Vorfeld lautstark vor Verkehrschaos und Sicherheitsrisiken gewarnt. Eingetreten ist das, was Verkehrsexperten wie Hermann Knoflacher vorausgesagt hatten: Nichts ist passiert! Im Gegenteil! Am Tag vorher und nachher herrschte kein Verkehrschaos und am Tag der Sperrung fuhren vorher und nachher so wenig Autos wie selten. Die Demonstration verlief ohne jeden Zwischenfall. Auch die Wirtschaft kriselt deshalb nicht. Die Warnungen waren so unangemessen wie die Verkehrspolitik, die diesen Protest erst notwendig gemacht hat.
Lob und Kritik an die Politik
Es ist erfreulich und respektvoll, dass der Landeshauptmann von Tirol Anton Mattle an der Kundgebung teilgenommen hat. Umso unverständlicher ist, dass niemand aus der Südtiroler Landesregierung den Weg nach Matrei gefunden hat – obwohl die Brennerproblematik auch Südtirol täglich belastet. Dass hingegen zahlreiche Südtiroler Opposionspolitiker*innen an der Demonstration teilgenommen haben, zeigt: Das Thema ist in der Gesellschaft längst angekommen.
Ein besonderes Dankeschön gilt den Wipptaler Bürgermeisterinnen, allen voran Karl Mühlsteiger, der das Demonstrationsrecht mit Beharrlichkeit durchgefochten und diesen kraftvollen, friedlichen Protest ermöglicht hat.
Unsere Forderungen
Die schreibenden Verbände unterstützen geschlossen die Anliegen der Protestierenden und tragen sie mit. Konkret fordern die Unterzeichnenden mehr Lebensqualität und Gesundheit für die Bevölkerung entlang der Brennerachse; eine deutliche Mauterhöhung mit Angleichung an die Schweiz – denn rund ein Drittel aller Lkw am Brenner fährt dort nur wegen der günstigen Tarife; wirksame politische Maßnahmen zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene; sowie den Beibehalt aller bestehenden Tiroler Schutzmaßnahmen und deren Ausweitung auf den gesamten Brennerkorridor von München bis Verona.
Neben diesen Maßnahmen muss die Politik längerfristig sicherstellen, dass die Verkehrsbelastung trotz permanentem Wirtschaftswachstum reduziert wird und sich konkret der Frage stellen, wie und ob Wirtschaftswachstum und Minderung der Verkehrsbelastung vereinbar sind.
Zusammenhalt ist unsere Stärke
Die Demonstration hat gezeigt: Die Menschen entlang der Brennerachse lassen sich nicht gegeneinander ausspielen – nicht von der Logistiklobby, nicht von zögerlicher Politik, nicht von nationalen Grenzen. Bereits die Stärkung dieser Verbundenheit es ist einer der vielen Mehrwerte der erfolgreichen Demonstration. Wir rufen dazu auf, diesen Zusammenhalt noch weiter zu stärken. Denn die Brennerachse ist nicht nur Transitkorridor – sie ist Heimat und Lebensraum für Zehntausende Menschen. Weniger Verkehr. Besseres Leben.




