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Seiser Alm: Eine weitere Wunde in der Landschaft
04. September 2026

Seiser Alm: Eine weitere Wunde in der Landschaft

Nach jahrelangem Rechtsstreit ist auf der Seiser Alm eine weitere Straße durch wertvolles Almgebiet genehmigt und gebaut worden. Wie besorgte Umweltscouts dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz meldeten, rückten ausgerechnet rund um Ferragosto die Bagger an. Quer durch artenreiche Feuchtwiesen und in unmittelbarer Nähe des Feuchtbiotops Col da Fil wurde auf dem Gemeindegebiet Kastelruth eine neue Zufahrt zu einer privaten Hütte in die Landschaft geschnitten.

Foto: Dachverband
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„Die Seiser Alm ist bereits bestens erschlossen. Dass für ein privates Einzelinteresse trotzdem eine weitere Straße durch wertvolle Landschaft gebaut wird, zeigt, wie dringend wir beim Flächenverbrauch umdenken und diesen auf das Äußerste reduzieren müssen“, kritisiert Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbands. Der Nutzen einer zusätzlichen Zufahrt zu einer einzelnen, überwiegend zur Sommerfrische genutzten Hütte steht in keinem Verhältnis zu den dauerhaften Eingriffen in das Landschaftsbild und der Beeinträchtigung der Biodiversität.

Südtirol ist infrastrukturell bereits mehr als genügend erschlossen. „Es gibt praktisch keinen weiteren Straßenbau mehr, der ohne relevante Schäden an unserer Mitwelt auskommt. Die Zeit, in der jede zusätzliche Straße als Fortschritt galt, ist längst vorbei“, so Ladinser. Gerade auf der Seiser Alm, einem Gebiet von hohem ökologischem Wert und zugleich starkem anthropogenem Druck, muss der Schutz der noch vorhandenen Lebensräume Vorrang haben.

Aus diesem Grund hat der Dachverband im Rahmen der Überarbeitung des Gebietsplans eine Stellungnahme eingebracht. Es braucht strengere Regeln für die Gülleausbringung, ein ökologisch verträgliches Weidemanagement, insbesondere bei Pferdeweiden, sowie einen Verzicht auf weiteren Straßen- und Wegebau. Gleichzeitig sind Entsiegelung und Renaturierung, ein nachhaltigeres Mobilitätskonzept und der Rückbau von Parkplätzen zu verankern.

Besonderes Augenmerk ist auch auf ökologisch wertvolle Bereiche wie die Puflatsch- und Hartlwiesen zu legen. Für diese wurde bereits 2024 vom Dachverband die Ausweisung als Biotop beantragt. Zudem unterstützt der Dachverband die Forderungen von Nosc Cunfin nach einem besseren Schutz des Langkofels und einer Erweiterung des Naturdenkmals Steinerne Stadt. Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbands schließt: „Die Chance der Überarbeitung des Gebietsplans muss genutzt werden, um die Artenvielfalt in dieser einmaligen Landschaf nicht nur zu erhalten, sondern entscheidend zu verbessern.“

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