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Italienische Bauern am Brenner - das Ende der Marke Südtiroler Speck
10. April 2024

Italienische Bauern am Brenner - das Ende der Marke Südtiroler Speck

Manchen Verantwortlichen der Südtiroler Milchgenossenschaften oder der Marke „Südtiroler Speck“ dürfte das Blut in den Adern gefroren sein, als sie die Forderungen der italienischen Bauern am Brenner hörten. Made in Italy oder Made in Südtirol gibt es nur mehr dann, wenn die landwirtschaftliche Produktion ausschließlich regional oder im Inland erfolgt. 

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Der Präsident von Coldiretti fordert mehr Transparenz: Keine Nudel mehr „Made in Italy“, wenn das Getreide aus dem Ausland kommt, keinen Parmaschinken mehr, wenn das Fleisch nicht aus der Region ist. Auf Südtirol umgelegt würde es bedeuten, keinen Südtiroler Speck mehr, wenn das Fleisch aus dem Ausland kommt oder keine Südtiroler Milchprodukte, wenn Sahne und Milch importiert werden.

„Diese Sichtweise wäre für die Südtiroler Speckindustrie das Aus,“ sagt der Präsident des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz Josef Oberhofer. Denn im Jahr 2019 wurden in Südtirol gerade einmal 6.740 Schweine geschlachtet, importiert wurden dagegen über 2.000.000 bereits geschlachtete und zerlegte Schweine. Diese sind bekanntlich die Grundlage für die Marke „Südtiroler Speck“. „Würden die Forderungen von Coldiretti umgesetzt, wäre Südtirol um Hunderttausende „Speckhammen“ ärmer, dafür aber reicher an Ehrlichkeit,“ fügt Oberhofer hinzu.

Ähnlich erginge es auch den Südtiroler Milchgenossenschaften, die erfolgreich auf dem italienischen und internationalen Markt agieren. „Joghurt, Mozzarella oder Mascarpone werden nur zum Teil aus hiesiger Milch erzeugt, mehr als ein Drittel der in Südtirols Genossenschaften verarbeiteten Milch wird anderswo produziert und mit LKWs angeliefert,“ schätzt Hanspeter Staffler, Geschäftsführer vom Dachverband, die derzeitige Situation der Milchwirtschaft ein. „Maßnahmen, wie von Coldiretti gefordert, würden die milchverarbeitende Industrie ins Mark treffen, Südtirols Milchwirtschaft käme ins Trudeln,“ ergänzt Staffler.

Der Dachverband für Natur und Umweltschutz fordert seit Jahren mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Lebensmittelproduktion, wenn „Made in Südtirol“ bei Lebensmitteln draufsteht, dann sollen auch Südtirols landwirtschaftliche Produkte drinnen sein. Hundertausende dänische, belgische oder deutsche Schweinehälften bräuchten dann nicht mit tausenden LKWs die Reise über den Brenner antreten, um sich zu Südtiroler Speck zu verwandeln.

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v. li. Matthias Zingerle (Gemeinde Bozen), Daniel Tröger (Ökoinstitut Südtirol), Peter Rier (Lia Collective), Kathrin Plunger (Versuchszentrum Laimburg), Eva Ladurner (Heimatpflegeverein Marling), Paolo Viskanic (R3GIS), Oriana Sturiale (Bildungshaus Kloster Neustift), Lukas Neuwirth (Bildungshaus Kloster Neustift), Peter Laner (Eurac Research), André Mallosek (Plattform Land), Günther Wisthaler (Gemeinde Niederdorf), Alexander Gogl (Universität Innsbruck), Carmen Dietinger (Stadt Villach), Viola Ducati (Dachverband für Natur- und Umweltschutz), Sonja Abrate (Ökoinstitut Südtirol), Birgit Pichorner (Verein Naturpark Dobratsch), Ines Schäfer (Verein Naturpark Dobratsch), Andreas Flora (Universität Innsbruck), Wolfgang Faller (Stadt Villach), Anna Höllerer (Fachhochschule Kärnten), Hanspeter Staffler (Dachverband für Natur- und Umweltschutz) - Foto: DVN