Mittwoch, 26. Februar 2020 16:23

USGV+AVS+HPV+DVN - Langtaufers, bleib wie du bist!

Langtaufers/Kaunertal - In wenigen Wochen soll die Südtiroler Landesregierung über den von der Oberländer Gletscherbahn AG geplanten skitechnischen Zusammenschluss von Langtaufers mit dem Kaunertal entscheiden. Mit Spannung warten die Langtauferer und die Umweltschutzgruppe Vinschgau, der Alpenverein Südtirol, der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und der Heimatpflegeverband auf den Beschluss der Landesregierung.

Es ist schon verwunderlich, dass in einem Land, das sich offiziell dem Erhalt der Artenvielfalt verschrieben hat und großspurig ankündigt eine europaweite Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz einnehmen zu wollen, mit Projekten dieser Art überhaupt noch auf Zustimmung von Seiten der Politik gehofft werden kann. Dieses Projekt ist nicht nur in ökologischer Hinsicht ein No-Go, es würde voraussichtlich zu Folgen führen, die man der lokalen Bevölkerung nicht zumuten kann:

Langtaufers im Dienste Nordtiroler Player
Beim Projekt geht es darum, auf Südtiroler Seite einen neuen Zugang zum Skigebiet Kaunertal zu eröffnen – und  nicht um den Zusammenschluss zweier aktiver Skigebiete. Der allergrößte Anteil des Gesellschaftskapitals liegt in den Händen Nordtiroler Player – und nicht in den Händen der Langtauferer. Aufgrund dieser Besitzverhältnisse liegt die alleinige Entscheidungsgewalt bei den Nordtiroler Aktionären – und nicht bei den Aktionären im Tal. Nach der Genehmigung würden öffentliche Beiträge winken – inakzeptabel, weil sie zum Großteil ausländischen Unternehmen zugute kämen.

Was bleibt dem Tal?
Langtaufers würde durch das Vorhaben nicht vor dem wirtschaftlichen Aus gerettet - wie propagiert, sondern zu einem Parkplatz und Zubringer für das Kaunertal degradiert. Während andere den Profit abschöpfen könnten, bliebe dem Tal Verkehr, Lärm und Abgase. Nicht ein wirtschaftlicher Aufschwung im Tal wäre die Folge, sondern das Ende eines zukunftsfähigen, nachhaltigen Tourismus.

Und der Wille der Bevölkerung?
Lange wurde der Anschein erweckt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung im Tal hinter dem Projekt stehe. Das kann nach der erfolgreichen Unterschriftenaktion der Bäuerinnen wohl nur mehr schwerlich behauptet werden.
 
Und die Ökologie?
Das Melagtal, eines der letzten Hochtäler in den Alpen mit ursprünglichem Charakter und hoher Biodiversität, darf nicht wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Ein Eingriff wie dieser, der unweigerlich den Individualverkehr anheizt, steht in krassem Widerspruch zu dem von der Landesregierung beschlossenen Klimaplan Energie Südtirol 2050.

Diese Liste der Argumente für ein zukunftsorientiertes Langtaufers ohne Kaunertal-Anschluss ist hiermit nicht erschöpft, dürfte aber das Ausmaß der Verantwortung veranschaulichen, die mit dieser Entscheidung verbunden ist.

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Umweltschutzgruppe Vinschgau - Alpenverein Südtirol - Dachverband für Natur- und Umweltschutz  - Heimatpflegeverband Südtirol

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