Donnerstag, 03. Mai 2018 07:29

Für Blockabfertigung und Reduzierung des Transitverkehrs

 Transit/Blockabfertigung - Bis die Politik sich nicht entscheidet, die von uns längst geforderte Mautanpassung an die Schweizer Alpenübergänge und die Angleichung  des Dieseltreibstoffpreises in Österreich zu bewirken, ist die Blockabfertigung für LKWs an der deutsch-österreichischen Grenze sehr wohl ein Beitrag zur Reduzierung des Durchzugsverkehrs durch Südtirol.

Bekanntlich fahren ja von den insgesamt 2.150.000 LKWs, die den Brenner passieren, bis zu 800.000 LKWs pro Jahr als Transit durch Südtirol, d.h. sie haben weder Quelle, noch Ziel in Südtirol und belasten die Luftqualität im Etsch-, Eisack- und Wipptal über den gesetzlich zulässigen Höchstwert.Sie fahren über den Brenner, da sie in Österreich billigen Diesel tanken und auf Südtiroler Seite die Maut viel geringer als die über die schweizerischen Alpenpässe ist. Dafür nehmen die Transportunternehmen nicht nur einen Umweg von bis zu 300 Kilometern in Kauf, sondern auch eine bis zu fünf Stunden längere Fahrt. Die viel und oft von der Wirtschaftslobby zitierte Floskel „ZEIT IST GELD“ scheint hier nicht mehr Gültigkeit zu haben.

 

Durch die Blockabfertigung an der deutsch-österreichischen Seite wird nur mehr eine beschränkte Anzahl von LKWs pro Stunde durchgelassen, was einerseits die Anzahl der LKWs auch in Südtirol, somit die Umweltbelastung und die Staugefahr reduziert und andererseits die Transporteure (bedingt durch die längeren Wartezeiten an der Grenze) animieren könnte, die kürzere und schnellere Route durch die Schweiz zu wählen.

 

Unsere Politik und insbesondere der Südtiroler Wirtschaftsring täten gut daran auch an die Handelsbetriebe zu denken, welche durch die billigen Transportkosten immer mehr die Konkurrenz des Onlineversandhändlers Amazon zu spüren bekommen. Amazon hat seinen Umsatz im letzten Jahr um 43% erhöht und den Gewinn auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert. Dabei zahlt Amazon läppische 0,07% an Einkommensteuern (Quelle: die britische Tageszeitung „The Guardian“), während die Steuerlast für Einzelhändler in etwa das 500-fache betragen. Dies wäre eine Aufgabe für das EU-Parlament, in dem ja auch Südtirol einen Vertreter hat: nämlich diese Ungerechtigkeit endlich zu beseitigen, anstatt die Interessen der verschiedenen Lobbyisten (Multis und große Transportunternehmen) zu vertreten.

 

Eine nachhaltige, umweltschonende und wo möglich regionale Wirtschaft wäre nämlich eine sogenannte „WIN-WIN“-Situation nicht nur für unsere Umwelt, sondern auch für unsere regionale Wirtschaft.

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