"Die Bevölkerung soll entscheiden!" - Bei der Anti-Flugplatz-Demonstration am 29. September versprach der Vorsitzende des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, Roman Zanon, die Einleitung einer Volksabstimmung zum Flugplatz. Morgen Dienstag sollen der Gesetzestext und der Ablauf präsentiert werden.

Bei dieser Pressekonferenz werden unter anderem Dachverband, Heimatpflegeverband und Alpenverein einen landesweiten Aufruf zu Unterstützung der Volksabstimmung starten. Auf diese Art und Weise sollen alle interessierten Verbände und Persönlichkeiten von Anfang an die Chance erhalten, die Volksabstimmung mitzutragen - sei es als offizieller Promotor, sei es als unterstützende Organisation.

Neugestaltung Bahnhofsareal Bozen - Wenn nun die Weichen für eine Neugestaltung des Bozner Bahnhofsareals gestellt werden, so fehlt eine zentrale Vorgabe der Politik an die Planenden: Der Bahnhof darf keinesfalls vom Zentrum wegverlegt werden.

Wie würden die Autofahrer reagieren, wenn plötzlich alle Parkplätze aus dem Zentrum von Bozen entfernt und an die Peripherie verlegt würden? Politik und Wirtschaft würden den Autofahrern unisono erklären, dass 800 Meter Fußmarsch vom Parkplatz ins Zentrum kein Problem seien, und im Notfall könnten ja auch Zubringerbusse, Förderbänder oder ähnliches geplant werden, um die Autofahrer ins Zentrum zu bringen.

Umweltmediator Prof. Dr. Horst Zillessen zum Thema Mediation - Das Wort "Mediation" ist auf dem besten Wege, ein heißer Kandidat für das "Unwort des Jahres" zu werden. Denn was uns von höchster Stelle als Mediation verkauft wird (Expertenkommission, Erstellung eines Gutachtens, Zeitrahmen von zwei Monaten), hat mit professioneller Mediation kaum etwas zu tun.

Als sachlichen Beitrag zur Mediationsdebatte veranstaltet der Dachverband für Natur- und Umweltschutz gemeinsam mit dem Leiferer Bürgerkomitee gegen den Ausbau des Bozner Flughafens einen Vortrag zum Thema Mediation.

Landesregierung soll mit dem Flugplatzausbau noch warten - Die Eile ist groß, mit der Landeshauptmann Dr. Alois Durnwalder aus Sicherheitsgründen "Umbau- und Anpassungsarbeiten" am Flugplatz Bozen durchführen möchte. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz zeigt sich bei drei Aussagen des Landeshauptmannes besonders irritiert, da sie nach Informationen des Dachverbandes nicht zutreffend sind.

Gerichtsurteile auch für die Landesregierung gültig - Am 16. Oktober wird der Stevia-Klettersteig abgebrochen. Nun scheint die "Unendliche Geschichte" des illegal errichteten Klettersteiges ein Ende zu finden. Noch am 18. September hatte die Landesregierung versucht, durch eine augenzwinkernde Interpretation ein rechtskräftiges Gerichtsurteil zu ignorieren und der Gemeinde nahezulegen, nur den Einstieg zurückzubauen und in der Zwischenzeit den illegalen Zustand zu sanieren. Da es sich aber um keinen formellen Beschluss der Landesregierung handelt (ein solcher wäre auch höchst illegal), sondern nur um einen Vermerk im Protokoll, dürfte dies die Abbruchverfügung nicht weiter aufhalten.

Flugplatz-Kundgebung am Freitag, 29.09.2006, um 17 Uhr - Als Beitrag zur aktuellen Flugplatz-Diskussion veranstalten der Dachverband für Natur- und Umweltschutz sowie die Umweltgruppen von Bozen und Eppan am Freitag, 29.09.2006, um 17 Uhr, eine Kundgebung. Motto: "34.635 hatten Recht. Keine Flugplatzerweiterung ohne die Mitsprache der Bevölkerung!"

Keine Flugplatzerweiterung ohne die Mitsprache der Bevölkerung - Vor zehn Jahren haben sich 34.635 Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift gegen den Flugplatz Bozen ausgesprochen. Die Landesregierung hat damals alle ökologischen und finanziellen Bedenken in den Wind geschlagen und den Flughafen gebaut. Jetzt, zehn Jahre später, kann Bilanz gezogen werden: Der "Airport Bozen Dolomiten" hat nie funktioniert, er kostete und kostet die Steuerzahler unverhältnismäßig große Geldsummen und er beeinträchtigt die Lebensqualität der Anrainer durch Lärm. Nun möchte die Landesregierung den Flugplatz weiter ausbauen und die Anzahl der Flüge gegenüber den ursprünglichen Versprechungen verdoppeln. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz fordert die Mitsprache der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Varianteprojekt Frizzi Au - Da Landesrat Widmann starke Worte gegen den Dachverband im allgemeinen und gegen meine Person im Besonderen führt (Tageszeitung von heute: "Miese, infame Unterstellung"; "Drei Viertel dessen, was Prokopp gegen das Fahrsicherheitszentrum sage, sei, so Widmann, gelogen."), eine kurze Replik meinerseits.

Landesrat Widmann hat natürlich recht, wenn er sagt, dass ein Gokart nicht über die einzelnen technischen Schleuderkurs-Elemente wie Dynamikplatte, Steering Pad, Längsaquaplaning, Bremskuppe usw. fahren kann. Das hat aber auch niemand behauptet.

Frizzi Au/Bürgerinnen und Bürger werden erneut hintergangen -Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden die Pläne für das von der Landesregierung in Auftrag gegebene Motorsportzentrum "Frizzi Au" bereits im Mai grundlegend geändert. Das Fahrtechnikzentrum erhält eine neue große Piste. Die Gokart-Anlage wird gedreht und direkt an die neue große Piste des Fahrtechnikzentrums angeschlossen. Dadurch können fast auf dem gesamten Areal der Frizzi Au Gokart-Rennen gefahren werden.

Brennerbasistunnel -Die Süddeutsche Zeitung hat vor kurzem eine Studie der bayrischen Verkehrsplaner Vieregg und Rössler veröffentlicht. Aus dieser ist zu entnehmen, dass der Brennerbasistunnel keine Verbesserung der Verkehrssituation entlang der Brennerachse herbeiführen wird. Die Fachleute kommen zum Schluss, dass es unrealistisch sei mit einer Inbetriebnahme vor 2030 zu rechnen. Bedenklich erscheint außerdem der Umstand, dass auch Experten der Deutschen Bahn sich dieser Meinung anschließen. Die aufgezeigte Entwicklung des Schwerverkehrs auf der Brennerachse überrascht nicht sonderlich - die Verkehrsstudie der Brennerbasistunnel-Gesellschaft, die als Grundlage des derzeitigen Projektes gilt, kommt zu einem vergleichbaren Schluss.

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