Aktion Verzicht - Tipps

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz beteiligt sich an der Aktion Verzicht, indem er anhand konkreter Tipps zu verschiedenen Bereichen aufzeigt, wie positiv sich „Verzicht“ im Sinne von bewusst getroffenen Entscheidungen auf unsere Lebensqualität, aber auch auf unser unmittelbares Umfeld, unsere Umwelt auswirken kann.

TIPP 1 / FLEISCH - WENN WENIGER MEHR IST
Reduzieren wir unseren Fleischkonsum und verzichten öfter bewusst auf Fleisch auf dem Teller, so wirkt sich dies positiv aus auf:
• unsere Gesundheit, da das Risiko von Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, einem erhöhten Cholesterinspiegel und einer Reihe von Folgeerkrankungen vermindert wird;
• unsere Umwelt, da bei der Tierhaltung beträchtliche Mengen an Treibhaus-relevanten Emissionen entstehen und knappe Ressourcen wie Wasser und Boden überproportional beansprucht werden;
• die Weltgerechtigkeit und Solidarität, da durch die Fütterung in der Tierhaltung gerade in Entwicklungsländern Grundnahrungsmittel und Wasser unerschwinglich teurer werden oder gar nicht mehr für die lokale Bevölkerung zur Verfügung stehen;
• die Tierhaltung selbst, da der Großteil des weltweit erzeugten Fleisches nach wie vor aus der konventionellen Massentierhaltung stammt, bei der die Tieren in Mastbetrieben ein kurzes und unwürdiges Leben auf engstem Raum führen müssen.

 

TIPP 2 / AUF ENERGIEVERBRAUCH „VERZICHTEN“ - GELD SPAREN

Auf unnütz verbrauchte Energie zu verzichten fällt nicht schwer, schont die Brieftasche sowie Natur und Umwelt, denn die wertvollste und umweltschonendste Energie ist jene, die gar nicht verbraucht wird. Dazu helfen uns folgende Tipps, die auch über die Fastenzeit hinaus sinnvoll sind:

  • Bei der Neuanschaffung von elektrischen Geräten immer die Energieeffizienz überprüfen.
  • Tauen Sie Ihren Kühlschrank und Ihre Gefriergeräte regelmäßig ab.
  • Nutzen Sie die Sparprogramme Ihrer Wasch- und Spülmaschine und gebrauchen Sie sie nur, wenn sie voll beladen sind.
  • Verwenden Sie beim Erwärmen von Speisen im Topf immer einen Deckel. Erhitzen Sie Ihr Wasser im elektrischen Wasserkocher. Benutzen Sie möglichst die Bratpfanne oder den Schnellkochtopf anstatt des Backofens.
  • Geräte im Stand-by-Modus verbrauchen ungenutzt Energie. Ziehen Sie Ladegeräte nach Gebrauch immer aus der Steckdose.
  • Entlüften Sie vor jeder Heizperiode alle Radiatoren. Stellen Sie die Raumtemperatur je nach Wohnraum ein. Lüften Sie bei ausgeschalteter Heizung, indem sie die Fenster vollständig öffnen. Lüften anhand gekippter Fenster über längere Zeit sollten Sie grundsätzlich vermeiden.

TIPP 3 / UMSTEIGEN - AUFSTEIGEN

Das Auto kann vielfach die Versprechen von grenzenloser Freiheit und Mobilität nicht mehr halten. Zudem wird das Angebot an schnellen, komfortablen und viel günstigeren alternativen Lösungen für unser Mobilitätsbedürfnis immer besser. Umsteigen lohnt sich für unsere Lebensqualität und Brieftasche und unsere Umwelt.

  • Laut Confcommercio liegt die automobile Durchschnittsgeschwindigkeit in italienischen Ballungsräumen bei 15 km/h, in den Stoßzeiten sogar noch deutlich niedriger bei zirka 8 km/h. Damit sind das Radfahren und das Zufußgehen absolut konkurrenzfähig.
  • Mehr als die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als 5 Kilometer – eine ideale Fahrrad-Distanz. Gerade bei kurzen Strecken verursachen die Wege zum Parkplatz, mögliche Staus und Umleitungen sowie die Parkplatzsuche vor Ort, dass eine Autofahrt häufig länger dauert als angenommen.
  • Fahrgemeinschaften zahlen sich gerade für Pendler/innen sehr oft aus und reduzieren die Mobilitätskosten für jeden einzelnen signifikant.
  • Der öffentliche Personennahverkehr hat sich in Südtirol sehr stark entwickelt. Das Angebot ist mittlerweile sehr gut und die Kosten sind im Vergleich zum Auto unschlagbar günstig.
  • Wer nur ab und zu ein Auto braucht und im Jahr weniger als 10.000 Kilometer zurücklegt, kann seit kurzem auf car sharing zurückgreifen, dass in immer mehr Ortschaften Südtirols angeboten wird.
  • Reisen bis zu 700 bis 800 Kilometer lassen sich komfortabler und ohne Zeitverlust mit dem Zug zurücklegen. Zudem wird die Reisezeit als deutlich angenehmer wahrgenommen als etwa im Auto oder im Flieger. Der Urlaub beginnt also bereits am Bahnsteig.

TIPP 4 / AUF ABFALL VERZICHTEN LEICHT GEMACHT

Auf Abfall kann man bereits beim Einkauf verzichten. Damit entlastet man nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel, da weniger Abfall auch geringere Kosten in der Abfallbewirtschaftung verursacht. Fünf Grundsätze sind dabei hilfreich:

  • Reduzieren: Verzichten Sie beim täglichen Einkauf auf mehrfach verpackte Waren und geben Sie Produkten in Mehrweggefäßen oder mit einer 100% wiederverwertbare Verpackung den Vorzug. Selten verwendete Gebrauchsgegenstände leiht man sich besser aus.
  • Wiederverwenden: Geräte mit langer Lebensdauer sind zu bevorzugen. Speisen und Nahrungsmittel lassen sich in verschließbaren und wiederverwendbaren Behältern aufbewahren und lagern. Papier kann beidseitig bedruckt bzw. einseitig bedrucktes Papier für Notizen u.ä. genutzt werden. Flohmärkte und Secondhandshops bieten gut erhaltene Gegenstände zur weiteren Verwendung an.
  • Reparieren: Entscheiden Sie sich bereits beim Kauf bewusst für Produkte, die sich reparieren lassen.
  • Recyclen: Geben Sie jenen Produkten den Vorzug, die weitgehend oder vollständig aus recyclingfähigen Materialien besteht. Bringen Sie diese Produkte in die Wertstoffzentren und Recyclinghöfe, damit sie dort fachgerecht dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden.
  • Reagieren: Bringen Sie sich als Konsument aktiv ein, sprechen Sie z.B. in Geschäften oder in Ihrer Gemeinde über alternative Verpackungen und Produkte, über Verbesserungspotentiale im Abfall- und Recyclingbereich sowie über Abfallvermeidungsprojekte, die andernorts bereits umgesetzt wurden.

TIPP 5 / REGIONALITÄT UND SAISONALITÄT SIND TRUMPF!

Wir können uns zu jeder Zeit Lebensmittel aus allen Teilen der Welt kaufen, Geschmack und Genuss bleiben jedoch häufig auf der Strecke. Der wahre Luxus liegt darin, unsere lokalen Produkte genau dann zu genießen, wenn sie Saison haben. Zum hervorragenden Geschmack kommt noch eine Reihe von weiteren Vorteilen hinzu:

  • Bei regionalen Produkten ist eine leichte Rückverfolgbarkeit bis zum Produzenten gegeben und somit der direkte Kontakt mit diesem möglich.
  • Saisonale Lebensmittel aus der Region schonen die Umwelt, da auf unnötige und umweltbelastende Transporte verzichtet und keine Energie für Treib- bzw. Kühlhäuser benötigt wird.
  • Produkte aus der Region fördern eine nachhaltige Wirtschaftsweise, da die Wertschöpfung vor Ort geschieht.
  • Der Landwirt produziert nicht mehr Rohstoffe, sondern hochwertige Genussmittel für seine lokalen Kunden. Das vielfältige Produktangebot bewirkt gleichzeitig, dass unsere Kulturlandschaft sich wandelt - von der Monokultur hin zu einem bunten Sammelsurium von Nischen.
  • Der Genuss vieler Lebensmittel liegt auch in ihrer saisonalen Begrenztheit. Auf diese Saisonalität freuen wir uns, denn reif geerntete Produkte schmecken einfach am besten. So is(s)t der regionale und regionale Feinschmecker auch (un-)bewusst ökologisch korrekt - und dies mit vollem Geschmack.

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