Freitag, 09. Januar 2015 10:59

Postkartenaktion zu Transit und Stickoxidwerte

Was tut die Südtiroler Politik, um die Stickoxid-Grenzwerte einzuhalten? - Seit dem 1.01.2015 gelten auch in Italien und somit entlang der Brennerautobahn die europaweit verbindlichen Stickoxid-Jahresgrenzwerte von 40µg/m³. Aktuell werden diese Werte um 50 bis 100% überschritten. Die Südtiroler Landesregierung schlägt halbherzig nur punktuelle Maßnahmen vor, um das Problem in den Griff zu bekommen. Werden die verpflichtenden Grenzwerte nicht eingehalten, drohen empfindliche Strafzahlungen nach Brüssel. Die Politik nimmt dies in Kauf, anstatt konkrete und griffige Maßnahmen zum Gesundheits- und Umweltschutz zu beschließen. Darauf macht der Dachverband für Natur- und Umweltschutz mit einer Postkartenaktion aufmerksam, die in diesen Tagen anläuft.

Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist nach einer zweijährigen Übergangsfrist nun auch in Italien verpflichtend die Stickoxid-Belastung einzuschränken und zwar auf einen Jahresmittelgrenzwert, der bei 40µg/m³ Luft liegt. Dieser Grenzwert wurde und wird in Südtirol vor allem entlang der Brennerautobahn vom Brenner bis nach Salurn durchgehend überschritten, teils um 50 bis 100%. Besonders problematisch ist es dabei in den Städten Brixen und Bozen, wo sich verschiedene Emissionen von Autobahnverkehr, innerstädtischem Verkehr sowie den Heizanlagen überlagern.
Insgesamt sind in Südtirol gut 40.000 Personen direkt von überhöhten Stickoxid-Werten betroffen. Die Politik reagiert nur sehr zögerlich und schlägt nur halbherzige Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung vor. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn ist aktuell nur bei der Überschreitung des Stunden-Grenzwertes von 200 µg/m³ vorgesehen, was aber als unrealistisch anzusehen ist. Viel problematischer ist jedoch der Jahresmittelwert, der beinahe permanent über den gesetzlichen Grenzwerten liegt. Daher sind dringend Maßnahmen notwendig, die zu einer grundlegenden und dauerhaften Senkung der Stickoxid-Emissionen führen. Ansonsten riskiert Italien ein Vertragsverletzungsverfahren aufgrund der Nicht-Einhaltung der von Brüssel Europa weit verpflichtend vorgeschriebenen Grenzwerte. Verbunden damit sind Strafzahlungen an die EU, die erfahrungsgemäß in die Millionen gehen. Strafzahlungen mit unseren Steuergeldern nimmt man aber auf politischer Seite in Kauf, anstatt konkrete und griffige Maßnahmen umzusetzen, die auch gleichzeitig unsere Gesundheit und Umwelt schützen würden.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz macht mit einer Postkartenaktion auf dieses Problem aufmerksam. Die Postkarten selbst zeigen das Sieger-Bild des Graffiti-Wettbewerbs zum Thema Transit und sind mit wenigen konkreten Fragen zur Stickoxid-Problematik an Landeshauptmann Arno Kompatscher adressiert. Es genügt, die Postkarten zu frankieren und in den nächsten Postkasten zu werfen, um die Südtiroler Politik darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Verantwortung für den Schutz der Gesundheit und der Umwelt in Südtirol trägt und diese vorrangig zu schützen hat, anstatt unsere Steuergelder für Strafzahlungen zu verschwenden.
Die Postkarten selbst sind im Sitz des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz sowie an allen dearmama-Postkartenständern erhältlich (zur Ansicht im Anhang).

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