Mittwoch, 29. Dezember 2004 11:52

Strahlend ins Neue Jahr?

Zum aktuellen Landesfachplan für Kommunikationsinfrastrukturen gab es auf der Pressekonferenz kritische Töne von Verbraucherzentrale (Francesco Imbesi), Dachverband für Natur- und Umweltschutz (Roman Zanon) und Bürgerwelle (Sybille Tezzele Kramer). Dazu die Liste der Kritikpunkte:

- Der Plan enthält noch zu viele provisorische Standorte

- Der Plan enthält nicht alle Daten, die es für eine Überprüfung braucht (z.B. Strahlungsintensität, Anzahl der Zellen, Neigung)

- Der Plan ist zu einseitig technokratisch; er wurde ohne Mitwirkung der entsprechenden Vertreter von Medizin, Arbeitsschutz usw. erarbeitet

- Der Plan hantiert mit Grenzwerten, ohne zu fordern, dass dennoch eine Minimierung der Strahlenbelastung anzustreben ist

- Der Plan verzichtet auf eine bürgerfreundliche Definition von Grundversorgung (Die Frage wird ausgeklammert, ob z.B. Telefonieren im Keller oder Übertragen eines Fußballspieles aufs Handy zur Grundversorgung gehören sollen)

- Der Plan ist technisch nicht auf der Höhe der Zeit, da moderne Evaluierungsverfahren zur Auswahl von Standorten nicht zur Anwendung kamen

- Die grafische Darstellung der Standorte ist primitiv und entspricht nicht den heutigen technischen Möglichkeiten

- Der Plan orientiert sich an den Bedürfnissen der Mobilfunkbetreiber, nicht aber an denen der Bevölkerung

- Der Plan wurde ohne ausreichende Aufklärung der Bevölkerung stillschweigend in die Begutachtungsphase gegeben

- Dem Plan fehlt ein Leitsatz wie: „Oberstes Ziel ist eine möglichst geringe Belastung der Menschen“

Aufgrund der groben Mängel fordern Verbraucherzentrale, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Bürgerwelle, den Plan zurückzuziehen, ordentlich zu überarbeiten und dann erst damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Detail am Rande: Dr. Livio Giuliani von der ISPESL (Höhere Anstalt für Unfallverhütung und Sicherheit am Arbeitsplatz) hätte als Fachreferent an der Pressekonferenz teilnehmen sollen; eine mehrstündigen Verspätung des Fluges Rom-Bozen verhinderte aber sein pünktliches Eintreffen.

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