Dienstag, 15. Juni 2010 10:43

Skipistenplan: Die Schmerzgrenze ist erreicht!

Skipistenplan/Beschluss der Landesregierung - In einer gemeinsamen Presseaussendung bezeichnen der Alpenverein Südtirol, der Heimatpflegeverband Südtirol und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz den Beschluss der Landesregierung zum Skipistenplan als nicht akzeptabel. Die nicht beachteten Entscheidungen des UVP-Beirates einerseits und die massiven Auswirkungen der jetzt genehmigten Projekte andererseits veranlassen die drei Verbände zur Überprüfung einer gemeinsamen Anfechtung dieses Beschlusses der Landesregierung.

Keinesfalls einverstanden mit der Entscheidung der Landesregierung zum Skipistenplan sind die drei großen Umweltverbände Südtirols, der Alpenverein Südtirol, der Heimatpflegeverband Südtirol und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz. In einem gemeinsamen Treffen zwischen den Vorsitzenden der drei Verbände wurde vereinbart, alle Möglichkeiten einer Anfechtung des Beschlusses der Landesregierung im Rechtswege auszuloten. Nicht nachvollzogen werden kann, in welch leichtfertiger Art und Weise die Entscheidungen des Umweltverträglichkeits-Beirates, der sich bei der Mehrzahl der vorliegenden Projekte zu einem negativen Gutachten durchgerungen hat, mit dem Argument der wirtschaftlichen Notwendigkeit diese doch noch genehmigt werden. Hier werden ganz klar kurzfristige Wirtschaftsinteressen vor den Erhalt von Natur und Landschaft gestellt. So werden im internationalen Jahr der Biodiversität wertvollste Habitate für bedrohte und einzigartige Tier- und Pflanzenarten, die aufgrund ihrer Bedeutung in die Natura-2000-Artenlisten der Europäischen Union Einzug gehalten haben, für neue Skipisten und Aufstiegsanlagen geopfert. Angesichts des Ausmaßes kann man bei den vorliegenden Projekten nämlich nicht mehr von "qualitativer Erweiterung" bestehender Anlagen sprechen, da bis dato unberührte Gebiete mit Pisten und Liften erschlossen und als Lebensräume zerschnitten werden. So wurde bei der Verbindung Helm-Rotwand der bereits im letzten Jahr eingebrachte Rekurs der drei Verbände erst gar nicht berücksichtigt, das jetzt genehmigte Projekt zur Verbindung Gitschberg-Vals stellt eine totale Abänderung des durch den UVP-Beirat genehmigten Projektes dar und mit dem Bau der Ried-Piste wird ein bisher völlig unberührter Hang am Kronplatz erschlossen, was einen weithin sichtbaren Eingriff darstellt.

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