Mittwoch, 12. Oktober 2011 10:42

Querfinanzierung/Maßnahmen kurz- und mittelfristig

- Dachverband für Natur- und Umweltschutz fordert kurz- und mittelfristige Maßnahmen anstatt ständige Vertröstungen!
- Gewinne der Autobahn (467 Millionen Euro) sollen für die sofortige Entlastung der Leid geplagten Anrainer verwenden werden!
-
An einem Infoabend in Klausen sicherte kürzlich Herr Prof. Bergmeister die Realisierung des BBT für 2025 und seine Inbetriebnahme für 2026 zu. Auch die Zulaufstrecke zwischen Franzensfeste und Waidbruck soll laut Bergmeister bis 2025 fertig sein, obwohl deren Finanzierung erst zu einem Teil gesichert ist.



Noch vor 5 Jahren (2006) war von einer Fertigstellung des BBT im Jahr 2015 die Rede. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz vermutet, dass dies höchstwahrscheinlich nicht die letzte Terminverschiebung gewesen sein wird.
Inzwischen werden die Leid geplagten Anrainer von Autobahn und Bahnstrecke im Eisacktal weiter vertröstet, anstatt endlich kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Behebung der Missstände entlang der lauten und schadstoffreichen Eisacktaler Verkehrsadern zu ergreifen. "Dabei wäre das gar nicht so schwer, Nordtirol hat es uns längst vorgemacht: mit Nachtfahrverbot und Mauterhöhung für Lkws ließe sich auch bei uns in Südtirol der Umwegverkehr, der immerhin 30% des gesamten Lkw-Verkehrs ausmacht, mühelos einschränken", erklärt Klauspeter Dissinger, Vorsitzender des Dachverbandes. Dissinger schlägt außerdem eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung bei erhöhter Stickoxidbelastung und eine Geschwindigkeitsbegrenzung in den Nachtstunden auf 60 km/h für lärmintensive Güterzüge vor: "Das wären ebenfalls einfach durchzusetzende Maßnahmen, die schnell viel Wirkung zeigen würden." Die von der Autobahn zu Lasten der Anrainer erwirtschafteten und bis Ende 2011 für den BBT reservierten Gewinne von 467 Millionen Euro sollten laut Dachverband für Einhausungen oder Untertunnelungen der Autobahn in den Städten Bozen, Klausen, Brixen und Sterzing verwendet werden.
Diese Forderung begründet der Dachverband mit folgenden Argumenten:

  1. Es gebe nach wie vor keine Zugeständnisse, wie viel des momentan auf der Brennerautobahn verkehrenden Gütertransports effektiv im BBT landen wird;
  2. die Hälfte des LKW-Güterverkehrs habe Ziel oder Quelle in Südtirol und könne somit gar nicht in den Tunnel verlegt werden;
  3. die Realisierung des BBT und insbesondere der Zulaufstrecken, welche vom italienischen Staat finanziert werden, sei beim maroden Zustand der Staatskassen sowieso fraglich;
  4. das Eisacktal müsse kurz- bis mittelfristig wieder lebenswert werden.

Schon gelesen?

Schone Umwelt

Archiv Presse