Donnerstag, 20. Mai 2004 08:01

Quellwäldchen - Olga Nageles Kampf

Erhaltung des Quell-Wäldchens - Das Wäldchen mit der Quelle ist klein. Es ist verwahrlost. Es liegt direkt neben der Straße. Jetzt soll es gerodet werden. Für ein paar Parkplätze und eine bessere Zufahrt zur Gewerbezone Auer Nord.

Olga Nagele aus Auer ist erzürnt. Die ältere Dame ist weder radikale Umweltschützerin noch revolutionär oder sonst etwas in der Art. Aber dass der Wald einfach so mir nichts dir nichts gerodet werden soll, erzürnt sie gewaltig. Ja, sagt sie dem Dachverband für Natur und Umweltschutz, sie möchte bei der Gemeinde einen Einwand machen. Nein, nicht der Dachverband soll den Einwand einreichen, das macht sie persönlich. Sie wird unterschreiben, ihre Töchter und sonst ein paar Leute.

Für das Team des Dachverbandes ist das ein ganz außergewöhnlicher Fall. Normalerweise reicht der Dachverband die Einwände bei Gemeinden ein, um die Bürger zu schützen, die Nachteile wegen ihres Einsatzes für die Umwelt befürchten. Nicht so bei Olga Nagele: Sie möchte das Quell-Wäldchen retten, und sie steht dazu. Punkt.

Worum geht es überhaupt? Direkt neben der Gewerbezone Auer Nord liegt ein kleiner Wald, dem eine Quelle entspringt. Zwar handelt es sich laut hydrologischem Gutachten „nur“ um Grundwasseraustritte, doch dienen diese den Tieren des Waldes als Tränke und dem Wassergraben mit seinen Fischen und Fröschen auf der gegenüberliegenden Straßenseite als Frischwasserzufuhr.

Eine Baufirma möchte aus diesem Wäldchen Parkplätze und eine verbesserte Einfahrt zur Gewerbezone machen. Der Gemeinderat hat das Projekt genehmigt, obwohl es ausschließlich um die Bereicherung einer privaten Firma geht, obwohl es in den bestehenden Gewerbezonen noch freistehende Flächen gibt, obwohl noch kein Gutachten von der Forstbehörde eingeholt wurde.

Olga Nagele hat ihren Einwand bei der Gemeinde inzwischen eingereicht. Nun wird sich zeigen, ob der Gemeinderat darauf beharren wird, privaten Profit über das Allgemeinwohl zu stellen. Olga Nagele steht mit ihrem Zorn übrigens nicht alleine da. Auch die Schützen haben bei der Gemeinde einen Einspruch gegen die geplante Naturzerstörung hinterlegt.

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