Freitag, 19. Mai 2006 15:32

Protest gegen Einschüchterungsversuch der SMG

Dachmarke und Bürgerversammlung am Brennerpass am 26.05. - In der eben erscheinenden Ausgabe des "Naturschutzblattes" verwendet der Dachverband das Dachmarken-Logo im Zusammenhang mit der Bürgerversammlung am Brenner am kommenden Freitag. Zu recht, sagt der Dachverband. Schließlich habe er seit über einem Jahr die Genehmigung des Landes, die Dachmarke zu verwenden. Mißbrauch, ruft die bei der Südtirol Marketing Gesellschaft SMG angesiedelte Dachmarken-Stelle. Und droht mit Sanktionen.

Die Angelegenheit ist nicht alltäglich. Schließlich wird die Dachmarke vor allem im kommerziellen Umfeld verwendet. Allerdings sieht das Reglement zur Dachmarke ausdrücklich auch die Möglichkeit vor, dass Organisationen das Logo beantragen dürfen. Mit diesem Umstand scheint die SMG nun allerdings überfordert zu sein.

Denn auf dem Papier darf die Dachmarke ihre Ecken und Kanten haben: "Wie die Menschen im Land ist die Dachmarke herzlich, kantig und warm. Dazu ist sie kontrastreich wie die Natur und traditionsreich wie die Kultur Südtirols" (Reglement). Weitere Schlagworte sind "Glaubwürdigkeit, Unverfälschtheit, Selbstbewusstsein" usw. In der Praxis sind Ecken und Kanten aber nicht erwünscht - im Gegenteil. Auf die Verwendung des Dachmarkenlogos durch die größte Umweltorganisation Südtirols im Zusammenhang mit einer Großveranstaltung für den Erhalt eines lebenswerten Südtirols hin glaubt die SMG feststellen zu können, "dass Sie auf Ihrem Informationsmaterial Ihre Berechtigung die Dachmarke Südtirol zu nutzen missbrauchen, indem Sie den Namen Südtirol ins Lächerliche ziehen und für Ihre politischen Positionen in unzulässiger Art und Weise verwenden."

Der Name Südtirol wird also lächerlich gemacht, wenn man sich für den Erhalt des Landes einsetzt? Das ist eine Interpretation, die der Dachverband zurückweist. Eine andere Interpretation könnte freilich so aussehen: Weil die Veranstaltung am kommenden Freitag vielen "Mächtigen"“ nicht passt, wird die SMG vorgeschoben, um der Veranstaltung Prügel in den Weg zu legen. Diese Interpretation zu entkräften ist nun Sache der SMG.

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