Montag, 05. April 2004 14:13

Nein zu Flugplatz Bozen und A22-Querfinanzierung

Protest gegen die Ausweitung des Flugbetriebes in Bozen und die angestrebte Querfinanzierung durch die Autobahn - „Information soll objektiv sein. [...] Und es sollen keine Unwahrheiten verbreitet werden.“ So schrieb unsere Landesregierung im Mai 1997 im Geleitwort zu einer vielbeachteten Informationsbroschüre. In dieser gab die Südtiroler Landesregierung eine Reihe von Versprechungen zum Flugplatz Bozen ab. Wieviel aber zählt das Wort unserer Landesregierung? Im Zusammenhang mit dem Flugplatz Bozen nicht viel ... denn mit der angekündigten Ausweitung des Linienbetriebes und der Forderung nach Querfinanzierung durch die Autobahn fallen nun auch die letzten Hemmungen der Flugplatzlobby.

Folgende grundlegende Versprechungen wurden seit 1997 gebrochen:

  • Länge der Startbahn maximal 1400 Meter – die Startbahn wird erneut um 150 Meter verlängert Die Piste wird innerhalb des bestehenden Areals gebaut – für die aktuelle Verlängerung der Piste muss Grund enteignet werden.

  • Geeignet für Flugzeuge mit maximal 50 Plätzen – mit der Pistenverlängerung können Maschinen mit bis zu 70 Plätzen landen.

  • Maximal fünf Linienflüge pro Tag – ab 26. April sind es sechs.

  • Flugverkehr nur zwischen 6 und 22 Uhr – der letzte Linienflug (!) kommt erst nach 22 Uhr an.

  • Wirtschaftlichkeit ab 3,3 Starts und Landungen garantiert – warum braucht es dann die massiven indirekten Zuwendungen des Landes (z.B. Beamtentickets) oder die Forderung nach Querfinanzierung durch die Autobahn?

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz protestiert schärfstens gegen jede weitere öffentliche Subventionierung des Flugbetriebes. Die absurde Forderung nach einer Querfinanzierung des extrem umweltschädlichen Flugbetriebes durch die Autobahn, die wohl nicht zufällig am 1. April in den Zeitungen stand, ist mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen.

Anhang: Zitate aus der Broschüre der Landesregierung mitsamt Kommentar des Dachverbandes

Broschüre der Landesregierung: Verlängerung der Lande- und Startbahn von 1040 auf 1.400 Meter, innerhalb des bestehenden Areals; dies bedeutet die Asphaltierung eines 350 m langen Grasstreifens am Nordende der bisherigen Landebahn. Eine Start- und Landebahn von 1.400 m Länge erlaubt nur das Starten und Landen von Kleinflugzeugen (Turboprop) mit bis zu 50 Passagieren.

In einem Schreiben vom 12. Dezember 2003 teilt der damalige Verkehrslandesrat Michele Di Puppo dem Dachverband mit, dass die Piste erneut um 150 Meter verlängert würde. Dazu sei der Ankauf eines Grundstückes erforderlich. Dadurch würde die Möglichkeit geschaffen, „dass auch Charterflugzeuge mit 70 Sitzen den Flughafen nutzen können“.

Broschüre der Landesregierung: Wir haben klare Vorstellungen: Pro Tag sollen nicht mehr als fünf Linienflüge durchgeführt werden (fünf Starts, fünf Landungen) und pro Woche nicht mehr als vier Charterflüge. Warum behaupten wir dies mit Überzeugung? Weil wir es von Fachleuten, anhand der effektiven Erfahrungen mit anderen Regionalflughäfen, haben feststellen lassen. Dieser Umfang des geregelten Flugbetriebes wird den Erfordernissen eines Gebietes von der Größe Südtirols und den Standort-Gegebenheiten Südtirols gerecht. Südtirols Einzugsgebiet ist nicht so groß, dass es zusätzliche Flüge benötigen würde.

Ab 26. April 2004 gibt es werktags vier Linienflüge nach Rom und zwei Linienflüge nach München (www.airalps.com). Das sind sechs Linienflüge pro Tag.

Broschüre der Landesregierung: Die Start- und Landezeiten werden sämtliche zwischen 6.00 und 22.00 Uhr liegen, wobei ab 20.00 Uhr nur mehr Landungen, aber keine Starts mehr gestattet werden.

Letzter Flug von Rom laut Fahrplan AirAlps 2004 (www.airalps.com): Ankunft Bozen 22.30 Uhr

Broschüre der Landesregierung: Die Wirtschaftlichkeit ist aufgrund von Daten über Flugplätze vergleichbarer Größenordnung gegeben. 3,3 Starts und Landungen von Linienflugzeugen pro Tag gewährleisten die Rentabilität.

Laut Presseberichten vom 1. April 2004 fordert der Präsident der Air Alps, dass die Brennerautobahn-Gesellschaft den Flugbetrieb querfinanzieren solle.

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