Donnerstag, 23. Mai 2002 09:48

Hinterfragtes Urlaubsvergnügen

Internationale Proteste/Kananda - Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz unterstützt die internationalen Proteste gegen die Skigebietserschließungen in British Columbia (Kanada) und hat die Reisebüros und -veranstalter in Südtirol in einem offenen Brief aufgefordert, Skiurlaube aus dem Reiseangebot zu streichen und damit ein Zeichen der Solidarität mit den Ureinwohnern dieses Gebietes zu setzen.
Ebenso sind die Touristen aufgefordert, zu hinterfragen, zu welchem Preis in Kanada Skigebiete erschlossen werden, denn Urlaubsvergnügen darf nicht auf Kosten der Rechte der Ureinwohner und der Natur gehen. Unberührte Täler in British Columbia in Kanada werden zunehmend für den Wintersport interessant und deutsche Reiseveranstalter, wie DerTour, TUI, Neckermann, Malbororeisen, Sturmböck Club und das „ADAC-Magazin Ski 2001“ bieten schon Touren in die bestehenden Skianlagen Whistler und Sun Peaks an.


In diesen Teilen von British Columbia leben Indianervölker, die das Land noch auf traditionelle Weise nutzen und denen die britische Krone und der Oberste Gerichtshof einen speziellen Rechtstitel als Ureinwohner zuerkannt haben, der eine anderweitige Nutzung der Gebiete ohne ihre Einwilligung untersagt. Trotzdem drängen milliardenschwere, zum Teil ausländische Multiunternehmen in das Gebiet vor, um dort riesige Ferienanlagen zu bauen. Die Provinzregierung vergibt Lizenzen ohne die Rechte der Indianer zu respektieren.

Der Bau von Skisportanlagen und das Heliskiing – dabei werden Touristengruppen mit dem Helikopter auf die Gipfel gebracht - haben in diesen unberührten Tälern weitreichende Folgen:
auf die Menschen: Die Indianer, die seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur leben und das Land nutzen, werden ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Bislang konnten sie in den Tälern, die für sie große spirituelle Bedeutung haben, auf traditionelle Art und Weise jagen und fischen.
auf die Umwelt: Bei bestehenden Skianlagen, wie z.B. Sun Peaks konnte bisher eine Senkung des Grundwasserspiegels, das Verschwinden von Pflanzen und Tieren, eine Trübung des Wassers und damit die Beeinträchtigung der Laichplätze für Lachse festgestellt werden. Bedrohte Tierarten, wie Grizzlybären verlieren ihre Zufluchtsorte.

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