Donnerstag, 09. August 2001 12:51

Feuer in den Alpen

11. August 2001/Mahnfeuer - Wie jedes Jahr brennen auch heuer wieder am zweiten Samstag im August zahlreiche Mahn- und Widerstandsfeuer gegen die Zerstörung des Lebensraumes Alpen. Ab diesem Jahr übernimmt die CIPRA Schweiz die Organisation von Feuer in den Alpen. In Südtirol koordiniert der Dachverband für Natur- und Umweltschutz die Aktion, unterstützt vom Alpenverein Südtirol (AVS) und dem Südtiroler Schützenbund.

Höhenfeuer gehen auf eine uralte Tradition zurück: Schon im Mittelalter dienten sie als Warnsysteme bei drohender Gefahr! 1991 wurde die Idee einer europäischen Lichterkette wiederaufgenommen: auf Anhieb brannten Hunderte von Feuern als Zeichen des Widerstandes. Jahr für Jahr wiederholen Alpenbewohner, regionale Berggebietsvereinigungen, Solidaritäts- und Umweltbewegungen aus vielen Alpenstaaten, diese alpenübergreifende Aktion. Mit diesen weithin sichtbaren Höhenfeuern wird alljährlich ein eindrückliches Zeichen gesetzt für die Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraumes sowie gegen die Zerstörung des Ökosystems Alpen. Stichworte: Transitverkehr, Pumpspeicherseen, harter Massentourismus, Waldsterben, bedrohte Berglandwirtschaft und Kulturlandschaft, Zerstörung der Lebensräume für Mensch und Tier, Luft- und Wasserverschmutzung, usw. Höhenfeuer sollen Mut machen, die eigene Zukunft in die Hände zu nehmen und sich für eine nachhaltige Entwicklung zu engagieren.

In Südtirol hat der Dachverband für Natur- und Umweltschutz die Feuer unter das Motto „Verkehr“ gestellt, ein Thema das den Menschen in ganz Südtirol unter den Nägeln „brennt“. Einige Organisatoren wollen mit ihrem Feuer trotzdem auf ein besonderes ortsspezifisches Anliegen hinweisen.
Gegen den Verkehr brennen die Feuer auf den „Malettes“ in Mals, auf den „Lintnerwiesen“ in Jenesien, „Am Joch“ und am „Mutenock“ in Terenten und besonders in „Saun“ oberhalb von Wiesen im Wipptal, wo es auch als Ankündigung der dreitägigen Verkehrsaktion in Sterzing vom 14. bis 16. September flackert. In Prad ist das Feuer gegen den geplanten Golfplatz in der „Prader Sand“ gerichtet und der Erhaltung der biologischen Kostbarkeit gewidmet. Die Feuer oberhalb von Burgeis und am Hörplatzhof in Naturns zielen auf einen ökologisch verträglichen Konsum durch einen naturnahen Anbau der Lebensmittel, die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe und die Reduzierung des Güterverkehrs.

Alle Feuer von Wien bis Nizza sind auf der neuen Homepage www.feuerindenalpen.orgersichtlich. Für Rückfragen stehen die Geschäftsstelle der CIPRA Schweiz, Tel. 0041 1 4613900, E-Mail: cipra@mountainwilderness.ch oder der Dachverband für Natur- und Umweltschutz, Tel. 0471 973700, E-Mail: info@umwelt.bz.it zur Verfügung.

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