Freitag, 06. Februar 2015 10:53

Campingplatz Korerhof: Klientelismus der Landesregierung!

Campingplatz/Kronplatz - Allen Ankündigungen zum Trotz entscheidet auch die neue Landesregierung gerade bei heiklen Projekten gegen die eigenen Experten-Kommissionen und Fachgutachten. So genehmigt sie trotz negativem und ausführlich begründetem Gutachten einen Campingplatz am Korerhof. Das Vorhaben entspricht aufgrund seiner Größe und Ausstattung aber eher einem Luxus-Feriendorf. Enttäuscht zeigt sich der Dachverband für Natur- und Umweltschutz von der Haltung der Landesregierung, die durch ihre nicht nachvollziehbare Entscheidung ein juristisches Nachspiel geradezu erzwingt. Der Dachverband wird nach Einsicht in den Beschluss die rechtlichen Möglichkeiten in jedem Fall prüfen.

„Meine Kunden sind die Wirtschaft.“ Diese Aussage von LH und Wirtschaftslandesrat Kompatscher anlässlich der TV-Diskussionsrunde „Klartext“ hat er nun eindrücklich unter Beweis gestellt. In ihrer Sitzung vom 9. Oktober vergangenen Jahres hat die Kommission für Landschaft, Natur und Raumordnung das Projekt für die Errichtung eines riesigen Campingplatz-Areales mit 50 Luxus-Chalets und einer ganzen Reihe von Zubehörsgebäuden auf gut 11 Hektar eindeutig, klar und sehr gut begründet abgelehnt. Die Landesregierung allerdings hat in ihrer Sitzung vom 23. Dezember das völlig überzogene Projekt ein wenig reduziert, um den Anschein einer Kompromisslösung zu suggerieren, und dann das Projekt unerwartet genehmigt. Der Beschluss wurde aber erst jetzt veröffentlicht, wie einer entsprechenden Meldung auf salto.bz zu entnehmen ist.

Die neue Landesregierung hat damit eines ihrer zentralen Versprechen nach nicht einmal einem Jahr im Amt gebrochen. LH Kompatscher und LR Theiner sicherten zu, die Gutachten der Fachkommissionen respektieren zu wollen und deren Entscheidungen nicht zu übergehen. Dies scheint bei heiklen Großprojekten nun allerdings nicht mehr zu gelten. Nach der Kehrtwende in Sachen Volksabstimmung Flugplatz ist dies nun ein weiterer Beweis dafür, dass die neue Landesregierung trotz andauernder gegenteiliger Beteuerung in alte Muster verfällt.
Neustart und transparente Politik, die sich aus den Verwaltungsverfahren so weit als möglich zurückzieht, sieht anders aus! Durch diese Entscheidung provoziert die Landesregierung geradezu ein juristisches Nachspiel. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz wird sein weiteres Vorgehen in dieser Causa jedenfalls genau prüfen.

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