Mittwoch, 19. Oktober 2011 10:44

Beide Projekte negativ bewertet

Windpark Brenner/Variante - Unverständlich ist für den Dachverband für Natur- und Umweltschutz die nunmehrige positive politische Bewertung des Projektes Sattelberg in Bezug auf die Umweltverträglichkeit, hat sich doch der UVP-Beirat mit überwältigender Mehrheit, klar und mit fachlich sehr breiter Begründung sowohl gegen das Projekt Sattelberg als auch gegen das Projekt Sandjoch ausgesprochen. Der Verzicht auf eines der beiden Projekte macht das andere nicht automatisch umweltverträglicher.


Die getrennten Bewertungen der beiden Windkraftprojekte Sattelberg und Sandjoch durch den UVP-Beirat sind eindeutig. Die sehr umfangreichen technisch-wissenschaftlichen Qualitätsurteile sowie die detaillierte Bewertung aller relevanten Bereiche, wie Straßenausbau, großflächige Erdbewegungen im Hochgebirge, gefährdete Feuchtgebiete, negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild und nicht zuletzt der europaweit bedeutende Vogelzug, führten zu einer kategorischen Ablehnung durch das Gremium, indem der UVP-Beirat zu JEDEM der beiden Projekte Sattelberg sowie Sandjoch ein negatives Gutachten abgegeben hat.
Unverständlich ist demnach die politische Argumentation, dass der Verzicht auf eines der beiden Projekte, nämlich jenes auf dem Sandjoch, dazu führt, dass das Projekt auf dem Sattelberg umweltverträglicher sein soll. Der Verzicht auf ein Projekt ist nicht in der Lage, die Beeinträchtigungen des anderen abzumindern, da ja beide für sich alleine betrachtet negativ bewertet wurden.
Die Windkraft ist eine von mehreren Säulen einer zukünftigen Energieversorgung ohne fossile und nukleare Quellen. Daher hat sich der Dachverband auch nie grundsätzlich gegen die Nutzung von Windkraft ausgesprochen. Sie macht aber nur dort Sinn, wo die positiven Auswirkungen überwiegen. Dies ist in den alpinen Lagen des Sattelberges und des Sandjoches aufgrund all der negativen Einflüsse auf Flora, Fauna und Landschaft sicherlich nicht der Fall, wie zuletzt auch vom fundierten UVP-Gutachten belegt.
Die beiden Anlagen im Brennergebiet hätten ca. 1,6% der Südtiroler Stromproduktion ausgemacht. Ein Wert, den man ohne weiteres auch durch eine wohlüberlegte und konsequente Effizienzpolitik im Energiebereich erreichen kann, da diese von allen alternativen Energieformen das größte Ausbaupotential besitzt. Daher muss das überwiegend öffentliche Interesse in der flächendeckenden Steigerung der Energieeffizienz begründet sein und nicht in den wirtschaftlichen Überlegungen eines privaten Unternehmens.
Wir erwarten uns demnach von der Südtiroler Landesregierung, dass sie diese klare, eindeutige und solide begründete Entscheidung des Umweltbeirates vollinhaltlich respektiert und diese ihrerseits bestätigt.

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