Freitag, 30. Juni 2006 15:38

BBT - Kasperltheater auf Steuerzahlers Kosten

Spatenstich ist Verhöhnung der transitgeplagten Bürgerinnen und Bürger - Trotz vieler offener Fragen, mangelnder Erfolgsaussichten und fehlender Finanzierung wird heute um zwölf Uhr der Spatenstich für den Probestollen des Brennerbasistunnels vollzogen.

Zu diesem merkwürdig-denkwürdigen Ereignis möchte der Dachverband einige Fragen beisteuern:

  • Wählen wir Politiker, damit sie unsere Probleme heute lösen oder erst in 15 oder 20 Jahren?

  • Was ist wichtiger - ungebremster Warenaustausch oder die Gesundheit von Menschen?

  • Würde ein Privat-Haushalt oder ein Privat-Unternehmen eine Groß-Investition tätigen ohne zu wissen, ob sie je etwas bringen wird oder wie sie finanziert werden soll?

  • Warum hortet die Autobahngesellschaft Gelder für die Finanzierung des Tunnels anstatt bereits heute Lärmschutzwände und Einhausungen zu errichten?

  • In welchen Bereichen werden jene Gelder künftig fehlen, die in Bau, Betrieb und Wartung des Brennerbasistunnels gesteckt werden?

  • Werden relativ einfache Sofortmaßnahmen gegen den Transit-Verkehr (Mauterhöhung, strengere LKW-Kontrollen, Nachtfahrverbot) nur deshalb nicht getroffen, um das Tunnelprojekt nicht zu gefährden?

Hält man sich vor Augen, dass der heutige Termin nur gewählt wurde, um dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am letzten Tag seiner EU-Ratspräsidentschaft noch eine PR-Aktion zu ermöglichen, darf gefragt werden, wie ernst unsere Politiker die Gesundheit der ihnen anvertrauten Menschen entlang der Brennerautobahn nehmen. Dieser Spatenstich zu einem Zeitpunkt, an dem es noch nicht einmal ein Ausführungsprojekt, von einem Baubeginn also noch keine Rede sein kann, ist vor allem eines: eine Verhöhnung der transitgeplagten Bürgerinnen und Bürger.

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