Mittwoch, 12. März 2003 14:59

Bannzonen am Kalterer See in Gefahr

Am kommenden Montag soll die Landesregierung über die Aufweichung des Bauverbotes in den Bannzonen rund um den Kalterer See entscheiden. Sollte die Landesregierung dem Wunsch der Gemeinden Kaltern und Pfatten entsprechen, könnten ca. fünf- bis sechstausend Kubikmeter neue Kubatur am Kalterer See entstehen. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz spricht sich entschieden dagegen aus und fordert die Landesregierung auf, den Landschaftsplan der Gemeinden nicht abzuändern.

Bannzonen umfassen die landschaftlich wertvollsten Gebiete einer Gemeinde, die vor Verbauung und Verdrahtung verschont bleiben sollen. Das Gebiet um den Kalterer See ist in den Landschaftsplänen von Kaltern und Pfatten als Bannzone ausgewiesen. Es ist eine der berühmtesten und meistbesuchten Landschaften Südtirols, weshalb die Landschaftsentwicklung dort mit besonderer Sorgfalt gesteuert werden muss. Auch als Randschutz des Biotops Kalterer See kommt den Bannzonen eine besondere Bedeutung zu, weil hier eine stärkere Anthropisierung verhindert werden soll. Um den Kalterer See besteht deshalb ein absolutes Verbot zur Errichtung bzw. Erweiterung von Bauten über der Erde.

Laut den Gemeinden Kaltern und Pfatten sollen in Zukunft in den Bannzonen quantitative Vergrößerungen von Beherbergungs-, Speise- und Schankbetrieben im Ausmaß bis zu 40% möglich sein. Das würde eine zusätzlichen Kubatur von fünf bis sechstausend Kubikmeter um den Kalterer See bedeuten. Die erste Landschaftsschutzkommission hat sich im vergangenen Dezember mit den Anträgen der Gemeinden befasst und einen Kompromiss vorgeschlagen. Danach soll eine qualitative Erweiterung von bis zu 20% möglich sein.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz befürchtet, dass die Landesregierung dem Druck der Gemeinden nachgeben und die Bannzonen aufweichen könnte. Die vorgesehenen Erweiterungsmöglichkeiten sind aber weder mit dem Landschaftsplan noch mit den Bannzonen vereinbar. Diese Instrumente würden den ihnen zugewiesenen Zweck verlieren und Verbauungen mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das Landschaftsbild sind zu befürchten. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz fordert die Landesregierung auf, die Landschaftspläne von Kaltern und Pfatten nicht abzuändern und diesbezüglich auch den Kompromissvorschlag der ersten Landschaftsschutzkommission zu überdenken.

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