Mittwoch, 06. Mai 2015 08:17

Ambitionierte Bahnprojekte sind zügig anzugehen und umzusetzen

Bahninfrastruktur/Investitionen - Bei der Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Vinschger Bahn wurden mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen dem Schienennetzbetreiber RFI und dem Land eine Reihe von konkreten Maßnahmen und Projekten angekündigt. Diese sind dringend notwendig, um der steigenden Nachfrage ein angemessenes Angebot entgegen zu setzen und eine wirkliche Konkurrenz zum Auto zu sein: Riggertalschleife, dreigleisiger Virgltunnel, zweispuriger Schienenausbau von Sigmundskron nach Terlan mit Begradigung und Übernahme der Linien Bozen-Meran sowie nicht zuletzt die Elektrifizierung der Vinschger Bahn. Diese ambitionierten Projekte dürfen nach deren Ankündigung aber nicht wieder in einen Dornröschenschlaf fallen, sondern sind zügig zu planen und schnellstmöglich umzusetzen, damit die Attraktivität der Bahn weiterhin gewährleistet ist.

Bei den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Jubiläum der Vinschger Bahn in der alten Remise am Meraner Bahnhof wurde ein regelrechtes Feuerwerk an Ankündigungen für anstehende Bahnprojekte in Südtirol gezündet. Die Verwirklichung der Riggertalschleife mit einer Reduzierung der Fahrzeit von Mühlbach nach Brixen auf zehn Minuten inklusive zweier neuer Bahnhöfe wurde ebenso versprochen wie der Bau eines dreigleisigen Virgltunnels, um einerseits die Lärmbelastung in Bozen-Haslach zu reduzieren und andererseits der Meraner Linie endlich ein eigenes Gleis bereitstellen zu können. Die Linie von Bozen nach Meran wird dementsprechend vom Land übernommen und zwischen Sigmundskron und Terlan zweigleisig ausgebaut, um ein Kreuzen der Züge zu erleichtern, und zusätzlich begradigt, damit man für die Strecke angemessene Fahrzeiten von 30 Minuten erreicht.
Erwähnt wurde im Rahmen der Feier auch die bereits Ende letzten Jahres von der Landesregierung genehmigte Elektrifizierung der Vinschger Bahn, die es ermöglichen wird, die leistungsfähigeren FLIRT-Züge von Mals bis Bozen umsteigefrei anzubieten. Zudem soll der Südtiroltakt nun flächendeckend mit einer Frequenz von 30 Minuten eingeführt und auf den Hauptstrecken in den Stoßzeiten sogar auf 15 Minuten reduziert werden.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz zeigt sich über die geballten und ambitionierten Ankündigungen der politisch Verantwortlichen und der Führungsebene der Betreibergesellschaft STA überaus erfreut, greifen sie doch die meisten der von uns und anderen bereits seit Jahren geforderten Maßnahmen zum weiteren Ausbau der Bahninfrastruktur in Südtirol auf.

Das einzige Manko hierbei ist die nicht erwähnte Finanzierung all dieser Infrastrukturprojekte sowie deren Umsetzungsdauer. STA-Direktor Dejaco erwähnte in seiner Ansprache eine Bauzeit der ursprünglichen Vinschger Bahn von nur drei Jahren - und dies dazumal mit Fertigstellung Anno 1906! Für die jetzige Elektrifizierung werden vier Jahre kolportiert. Für die Projekte Riggertalschleife, Virgltunnel und Linie Meran-Bozen werden keine Zeiten genannt.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz ersucht daher die Südtiroler Landesregierung und allen voran LH Kompatscher und Mobilitätslandesrat Mussner nach diesen überaus positiven Versprechen auch dafür Sorge zu tragen, dass die dafür notwendigen Mittel bereitgestellt werden und die Verwirklichung möglichst zügig erfolgt. Einer Inbetriebnahme der angekündigten Infrastrukturen dürfte bei entsprechend prioritärer Planung und Umsetzung innerhalb von fünf bis maximal sieben Jahren nichts entgegen stehen.

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