Donnerstag, 21. September 2006 08:10

"34.635 hatten Recht!"

Keine Flugplatzerweiterung ohne die Mitsprache der Bevölkerung - Vor zehn Jahren haben sich 34.635 Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift gegen den Flugplatz Bozen ausgesprochen. Die Landesregierung hat damals alle ökologischen und finanziellen Bedenken in den Wind geschlagen und den Flughafen gebaut. Jetzt, zehn Jahre später, kann Bilanz gezogen werden: Der "Airport Bozen Dolomiten" hat nie funktioniert, er kostete und kostet die Steuerzahler unverhältnismäßig große Geldsummen und er beeinträchtigt die Lebensqualität der Anrainer durch Lärm. Nun möchte die Landesregierung den Flugplatz weiter ausbauen und die Anzahl der Flüge gegenüber den ursprünglichen Versprechungen verdoppeln. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz fordert die Mitsprache der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Auf einer Protestkundgebung in Bozen am 29. September um 17 Uhr soll Bilanz gezogen werden. Motto: "34.635 hatten Recht!" Die Kernforderungen der Protestkundgebung werden sein:

  • 1. Keine Flugplatzerweiterung ohne die Mitsprache der betroffenen Bürgerinnen und Bürger

Die Bürgerinnen und Bürger sind von der Landesregierung zu befragen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Mit dem Instrument der Direkten Demokratie stehen sehr effiziente Werkzeuge zur Verfügung, den Willen der betroffenen Bevölkerung festzustellen.

  • 2. Gezielte Verwendung der für den öffentlichen Verkehr vorgesehenen Steuergelder

Während Bus und Zug täglich von vielen Menschen genutzt werden, ist ein Flug ab Bozen für Normalverdiener und sogar für Unternehmen zu teuer und zudem unzuverlässig. Die Gelder für den Flughafen sollten in jenen Verkehrsbereichen investiert werden, die auch von vielen Menschen genutzt werden (v.a. Lokalbahnen).

  • 3. Umweltbelastungen müssen ein Thema sein

Die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger im RaumBozen/Unterland/Überetsch bezüglich Fluglärm müssen endlich ernst genommen werden! Zudem weist der Flugverkehr die höchsten CO2-Emissionen auf (in Kilogramm pro Personenkilometer): Regionalzug 0,03; Bus 0,11; Kurzstreckenflug 0,48). Es ist bedenklich, wenn die Landesregierung mit Schlagworten wie "Klimabündnis" und "Klimahaus" Werbung für Klimapolitik macht, zugleich aber mit dem Flugzeug den Klimakiller Nummer 1 massiv unterstützt.

 

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz ruft alle Vereine, Verbände, Parteien sowie alle Bürgerinnen und Bürger auf, an der Flugplatz-Kundgebung teilzunehmen. Die Details werden in den nächsten Tagen noch bekanntgegeben.

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