Montag, 07. November 2005 09:32

07.11.2005 - 1. Alarm in der Frizzi Au

Wieder Protestwochenende – Montagmorgen, 07.11.2005, erster Alarm -Trotz extrem schlechten Wetters ging es auch an diesem Wochenende in der Frizzi Au heiß her. Am Samstag, 05.11.2005, fand ab 14 Uhr eine Protestkundgebung mit über 100 Teilnehmern statt. Ein Dutzend Personen – viele von ihnen spontan – sprachen vor den versammelten Bürgerinnen und Bürgern. Christine Egger, Franziska Pedrotti und Ezio Comperini als direkt Betroffene schwankten zwischen Zorn und Verzweiflung, der Landesumweltreferent des Schützenbundes, Michael Vaja, warf Landesrat Widmann unerträgliche Arroganz vor („Ich sage ausdrücklich nicht Herr Widmann, denn den Herrn hat er sich nicht verdient; ich sage: dieser Widmann ...“), und der junge Biologe Thomas Brachetti fragte kritisch, ob Südtirol deshalb mit vielen Entbehrungen um die Autonomie gerungen habe, damit nun selbstherrliche Landespolitiker die Bürgerinnen und Bürger wie Untertanen behandeln können.

Nach Ende der offiziellen Veranstaltung blieben wieder mehrere Personen trotz strömenden Regens im Beobachtungs-Camp, um dort zu diskutieren, zu beobachten und auch wieder zu übernachten. Mit Essen und Trinken versorgt wurden die Beobachter von den Einwohnerinnen der Zone Hirschen. Im Laufe des Sonntags kamen Besucher aus allen Landesteilen in das Beobachtungs-Lager.

Montag, 7.11.2005, gab es einen Alarm, der sich nachträglich glücklicherweise als nur teilweise berechtigt herausstellte: Die in der Frizzi Au verbliebenen Beobachter wurden zeitgleich mit einem Bagger, einem Baustellen-LKW und zwei Carabinieri-Streifen (eine in zivil) konfrontiert. Sie gaben sofort Alarm, da alles auf einen Baubeginn hinwies. Über das Schneeball-System wurden Umwelt-Aktivisten und die Presse informiert. An Ort und Stelle ergab sich, dass es sich, allerdings auf dem Areal der Frizzi Au, um Erdbewegungsarbeiten handelte, die nicht direkt mit dem geplanten Motorsport- und Fahrtechnikzentrum in Verbindung stehen.

Auch wenn Bagger und LKW noch nicht der eigentliche Anfang der Arbeiten waren, funktionierte das Alarmsystem der Umweltschützer über Telefon und E-Mail reibungslos, innerhalb kürzester Zeit fanden sich zahlreiche Personen mit der festen Absicht in der Frizzi Au ein, um dort die Diskussion zwischen den Baggern fortzusetzen.

Indessen haben die 23 Vereine und Verbände (der ASM hat sich zurückgezogen) angekündigt, die Protestmaßnahmen auch nach einem eventuellen Baubeginn weiterzuführen.

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